8 Jahre Erfahrung mit der Levermann-Strategie

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit der Levermann-Strategie habe ich einige Anpassungen und Erweiterungen an der Methode vorgenommen.
Lesezeit: 5 Minuten

Die Levermann-Strategie erweitert

Seit mehr als 8 Jahren nutze ich die Levermann-Strategie zur Bewertung von Aktien. Die original Levermann-Strategie verwendet 13 Kennzahlen. Alle 13 Kennzahlen sind in dem Artikel „Die Levermann-Strategie einfach erklärt“ genau beschrieben. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen habe ich einige Anpassungen und Erweiterungen an der Strategie vorgenommen.

Meine Erfahrungen mit der Levermann-Strategie und die daraus resultierenden Veränderungen:

1. Optimierung der Kennzahlen.

2. Optimierung der Bedingungen für Kauf- und Verkaufsempfehlungen.

3. Nicht zum Jahreshöchstkurs kaufen.

 

1. Optimierung der Kennzahlen

 

Starten wir mit den Kennzahlen. Ich habe einige Kennzahlen angepasst und erweitert. Auch Frau Levermann ist der Meinung, dass die Stategie angepasst und um weitere Kennzahlen erweitert werden kann.

 

Eigenkapitalrendite

Die original Levermann-Strategie bewertet eine Eigenkapitalrentabilität über 20% als positiv. Ich vergebe bereits einen Plus-Punkt ab einem Wert von 15%.

Begründung: Warren Buffett, William O´Neil, Max Otte sehen einen Wert zwischen 10 und 20% als positiv an.

 

Analystenmeinungen

Die Kennzahl Analystenmeinungen verwende ich für meine Bewertung nicht.

Begründung: Bei der Kennzahl ist aus meiner Sicht nicht klar ersichtlich, aufgrund welcher Faktoren die Meinungen gebildet wurden. Ich selbst bin immer skeptisch, wenn mir eine Aktie zum Kauf empfohlen wird und ich nicht verstehe was die Gründe für die Empfehlung sind.

 

Kursveränderung der letzten 6 Monate

Die original Levermann-Stategie betrachtet lediglich wie sich der Aktienkurs in den letzten 6 Monaten entwickelt hat. Wenn der Aktienkurs mehr als 5% gestiegen ist gibt es einen Plus-Punkt. Was ist aber wenn der Index – also der Durchschnitt der Aktien – in dieser Zeit z.B. 10% gestiegen ist? Dann hat sich die Aktie unterdurchschnittlich entwickelt. Ich vergleiche die Entwicklung der Aktie immer mit der Entwicklung des Index und vergebe nur einen Plus-Punkt, wenn die Aktie im Vergleich zum Index mehr als 5% gestiegen ist.

Begründung: Die Levermann-Strategie berücksichtig die Entwicklung des Index nicht.

 

Kursveränderung der letzten 12 Monate

Genauso wie bei der Kennzahl ‘Kursveränderung der letzten 6 Monate’ betrachte ich die Entwicklung des Aktienkurses in den letzten 12 Monaten im Vergleich zum Index. Nur wenn die Aktie im Vergleich zum Index mehr als 5% gestiegen ist vergebe ich einen Plus-Punkt.

Begründung: Die Levermann-Strategie berücksichtig die Entwicklung des Index nicht.

 

Kursmomentum

Das Kursmomentum zeigt, ob eine Aktien aus einem fallenden oder gleichbleibenden Trend in einen Aufwärtstrend wechselt oder aus einem steigenden oder gleichbleibenden Trend in einen Abwärtstrend wechselt.

Die Kursveränderung der letzten 6 Monate wird verglichen mit der Kursveränderung der letzten 12 Monate um einen Auf-oder Abwärtstrend festzustellen. Bei einem Aufwärtstrend steigt die Aktie in den letzten 6 Monaten stärker als der Index und deutlich stärker als die Kursveränderung der letzten 12 Monate.

Ich nutze die gleichen Werte wie die original Levermann- Strategie, allerdings sind die Werte basierend auf dem Vergleich zum Index.

Begründung: Die Levermann- Strategie berücksichtig die Entwicklung des Index nicht.

 

Dreimonatsreversal

Das Dreimonatsreversal bewertet, ob sich eine Aktie 3 Monate hintereinander jeweils im Vergleich zum Index über- oder unterdurchschnittlich entwickelt.

Ich verwende diese Kennzahl für meine Bewertung nicht.

Begründung: Meistens war die Punktzahl dieser Kennzahl 0. Da ich in den Kennzahlen Kursveränderung der letzten 6 und 12 Monate, sowie bei der Kennzahl Momentum die Entwicklung des Aktienkurses mit der Entwicklung des Index vergleiche, sehe ich keinen Mehrwert in dieser Kennzahl. Weiterhin kommt das Dreimonatsreversal ohnehin nur für große Unternehmen zur Anwendung.

Zusätzliche Kennzahl: Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)
Ich habe für meine Bewertung um eine weitere wichtige Kennzahl, das Kurs-Buch-Verhältnis, erweitert.

Begründung: Viele Börsengurus wie Benjamin Graham, Warren Buffett und Joel Greenblatt verwenden für ihre Bewertung das KBV.

Definition:
Das KBV wird errechnet, indem der aktuelle Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie dividiert wird. Den Buchwert erhält man, wenn man den gesamten Unternehmensbesitz (Maschinen, Gebäude, Computer) zusammenzählt und davon die Schulden abzieht. Der Buchwert entspricht dem tatsächlichen Wert des Unternehmens.

Bedeutung für die Bewertung:
Das KBV gibt an, ob der Börsenkurs höher oder niedriger ist, als der tatsächliche Wert je Aktie. Bei einem KBV unter 1 könnte man theoretisch das Unternehmen für weniger Geld kaufen, als es laut Bilanz wert ist.

Berechnung:
Kurs-Buch-Verhältnis = Kurs der Aktie / Eigenkapital je Aktie

Beispiel MTU Aero Engines (6.9.2019):
KBV = 250,00 Euro / (2.144 Mio / 52 Mio) = 6,1
–> -1 Punkt

Bewertung:

+1 Punkt: Kurs-Buch-Verhältnis < 1,5
0 Punkte: Kurs-Buch-Verhältnis zwischen 1,5 und 2,5
-1 Punkt: Kurs-Buch-Verhältnis > 2,5
​Hier sind die Änderungen und Erweiterungen der Kennzahlen im Vergleich zur Levermann- Strategie noch einmal zusammengefasst. Alle anderen Kennzahlen der Levermann- Strategie sind unverändert.

TransparentShare - Kennzahlen

 

2. Optimierung der Bedingungen für Kauf- und Verkaufsempfehlungen.

 

Um zu entscheiden, ob eine Aktie eine Kaufempfehlung ist oder nicht, wird bei der Levermann- Strategie die Summe aller Kennzahlen gebildet.

Die original Levermann-Strategie empfiehlt bei großen Unternehmen (Large Caps) eine Aktie ab 4 Punkten zum Kauf, bei kleineren Unternehmen ab 7 Punkten. Aktien werden zum Verkauf empfohlen, wenn die Punktzahl bei großen Unternehmen auf 2 oder weniger Punkte und bei kleineren Unternehmen auf 4 oder weniger Punkte fällt.

Wir haben uns entschieden, die Punktzahlen für den Kauf und Verkauf anzupassen und empfehlen bei großen Unternehmen ab 4 Punkten zum Kauf. Bei kleineren Unternehmen sprechen wir allerdings schon eine Empfehlung ab 6 Punkten aus. Aktien von großen Unternehmen empfehlen wir zum Verkauf, wenn die Punktzahl auf 1 oder weniger Punkte fällt. Bei kleineren Unternehmen ist es ein Verkauf bei 2 oder weniger Punkten. Die Punktzahl alleine ist allerdings nicht ausreichend, ob eine Aktie zum Kauf empfohlen wird (siehe Punkt 3).

Begründung: Wir haben ermittelt, dass in den vergangenen 2,5 Jahren die optimierte Punktebewertung zu einem besseren Ergebnis für den Anleger geführt hat.

 

3. Nicht zum Jahreshöchstkurs kaufen.

 

Zusätzlich zu der Gesamtpunktzahl der Kennzahlen ist der Abstand zum Jahreshöchstkurs ausschlaggebend, ob eine Aktie zum Kauf empfohlen wird. Um davor zu schützen, dass eine Aktie überteuert gekauft wird, habe ich eine Abstandsregelung von 10% eingeführt. Ich kaufe Aktien nur, wenn Sie 10% unterhalb des Jahreshöchstkurses notieren.

 

TransparenShare - Abstand

Begründung: Eine Abstandsregelung von 10% soll davor schützen Aktien überteuert zu kaufen.

 

TransparentShare unter der Lupe von Levermann-Expertin Petra Wolff

 

Alle beschriebenen Erweiterungen der Levermann- Strategie sind in der Anwendung „TransparentShare“ umgesetzt.

Petra Wolff ist Levermann-Experting und Autorin des Buches „Das Praxisbuch zur Levermann-Strategie: Aktienauswahl nach Punktesystem“.

Frau Wolff hat TransparentShare intensiv getestet und in einem Artikel Ihre Analyse veröffentlicht. Sie hat u.a. sehr detailliert beschrieben welche Änderungen wir im Vergleich zur original Levermann- Strategie vorgenommen haben und diese auch kommentiert. Wir bendanken uns recht herzlich bei Petra für den guten und ausführlichen Artikel.

Link zum Blog: TransparentShare ist Levermann-Strategie mit Anpassungen

 

Fazit:

Die original Levermann- Strategie verwendet 13 Kennzahlen für die Bewertung von Aktien. TransparentShare hat vier Kennzahlen angepasst, zwei Kennzahlen entfallen und eine neue Kennzahl wurde zusätzlich aufgenommen. In Summe verwendet TransparentShare 12 Kennzahlen für die Bewertung. Zusätzlich ist für eine Kaufempfehlung ausschlaggebend, ob der Aktienkurs mindestens 10% unterhalb des Jahreshöchstkurses notiert.

Wir werden zukünftig die Strategie weiterhin analysieren und ggf. Erweiterungen vornehmen, wenn wir dadurch eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine verbesserte Rendite für die Anleger erreichen können.

Mehr über das Konzept von TransparentShare könnten sie hier erfahren.

 

Viel Spaß beim Aktienhandel!

TransparetnShare - Unterschrift

 

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